„Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling“

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Liebe Leserinnen und Leser,

aus besonderem Anlass verlassen wir heute die übliche Form und melden uns gemeinsam bei „Top your Job“ zu Wort.

Mit diesem 100. Beitrag blicken wir auf ein inspirierendes Jahr des gemeinsamen Dialogs über mehr Freude und Erfolg im Beruf zurück. Am 02.Mai 2010 hat Gaby den ersten Artikel  veröffentlicht. Wir hatten uns erst kurze Zeit vorher kennengelernt und festgestellt, dass für uns beide die Talente der Menschen als Ausgangspunkt für unsere Arbeit von zentraler Bedeutung sind. Sympathie und ein starkes Interesse am gegenseitigen Austausch wurde für uns zur tragfähigen Grundlage, das gemeinsame Projekt „Top your Job“ zu starten. Mit über 9000 Seitenaufrufen haben seitdem zahlreiche LeserInnen unseren Dialog mitverfolgt. Wir freuen uns über diese positive Resonanz und sagen all unseren LeserInnen und KommentatorInnen ganz herzlichen Dank!

Häufig haben wir uns in unseren Beiträgen mit dem beruflichen Neuanfang beschäftigt. Dabei haben wir immer die Wichtigkeit der individuellen Stärken, der persönlichen Motivation und der Bereitschaft mutig zu sein betont. Diese gemeinsame Sichtweise war das tragende Fundament für „Top your Job“. Obwohl sich die Arbeitsmarktsituation seit dem vergangenen Jahr spürbar verbessert hat, hat sich die Lage der Berufstätigen nicht verbessert. Am letzten Sonntag machte die Sendung „Anne Will“ die aktuell prekäre Lage der arbeitenden Bevölkerung zum Thema. Diese Situation wäre Grund genug für die Fortsetzung von „Top your Job“.

Dennoch sind wir beide an einen Punkt gelangt, an dem wir wieder Neues wagen wollen. Vincent van Gogh soll gesagt haben: „Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.“Da wir diese Meinung teilen, haben wir vor kurzem jeweils neue Projekte gestartet. Wir nehmen deshalb diesen 100. Artikel bei „Top your Job“ zum Anlass, uns von unseren LeserInnen zu verabschieden.

Sich angemessen zu verabschieden ist eine Kunst, so liest man es in der Überschrift von „Führungsspitzen“ in der Zeitungsausgabe der SZ (Süddeutsche Zeitung, 30.05.2011, Nr. 124, Seite 17). Ganz in diesem Sinne wollen wir es halten. Deshalb möchte jede von uns hier noch einmal persönlich und mit der gewohnten Anrede zu Wort kommen:

Liebe Gaby,

als wir uns Anfang letzten Jahres kennenlernten, war mir schnell klar, dass wir gemeinsam etwas auf die Beine stellen können. Deine verbindliche Art und Deine Tatkraft haben mich sofort überzeugt. Es war schön zu wissen, dass es da eine Mitstreiterin gab, die offen für unkonventionelle Wege ist, bereit ist, kontrovers und niveauvoll zu diskutieren und großzügig ihr Wissen zu teilen. Schnell war der Name „Top your Job“ gefunden, das Plot festgelegt. Wir gingen an den Start und blieben bis heute am Ball. Dieses Jahr gemeinsamen Schreibens hatte nicht nur viele veröffentlichte Artikel zum Ergebnis, sondern hat mich persönlich und fachlich sehr bereichert. Liebe Gaby, für all dies möchte ich Dir ganz herzlich danken! Und es wäre es schön, wenn sich unsere Wege auch in Zukunft immer wieder kreuzen.

Ich möchte meine Energie zukünftig bei „Erfolg für Talente“ entfalten. Dort gibt es bereits unter http://blog.erfolg-fuer-talente.de meine ersten Beiträge zu lesen. Ich freue mich, wenn Du Dich dort hin und wieder blicken lässt.

Herzliche Grüße
Mechthild

Liebe Mechthild,

auch ich möchte dir von Herzen danken für die wundervolle Zeit unserer Zusammenarbeit und vor allem für deine Unterstützung! Ich hätte nie gedacht, dass es mir so viel Freude machen könnte zu schreiben. Du hast mich inspiriert, bei mir und bei dem zu bleiben, was mir wirklich wichtig ist und dies auch auszudrücken. Während unser Blog wuchs, ist es mir immer leichter gefallen, nicht in „Allgemeinplätzen“ hängen zu bleiben, sondern mich authentisch(er) und persönlich(er) zu äußern und mehr von mir zu zeigen. Dafür danke ich dir!

Heute weiß ich, dass ich auch in Zukunft schreiben möchte. Mein neues Projekt, das sich an Frauen im Beruf richtet, entsteht gerade unter http://www.fuerfrauenvonfrauen.wordpress.com.  Liebe Mechthild, auch ich würde mich sehr freuen, wenn wir in Zukunft verbunden blieben!

Ich wünsche dir und unseren Leserinnen und Lesern alles Gute für die Zukunft und ganz in unserem gemeinsamen Sinne „Mehr Freude und Erfolg im Beruf“!

Herzliche Grüße
Gaby

Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns, wenn Sie uns in unsere neuen Projekte begleiten. Sie finden Mechthild Bruns zukünftig unter http://www.erfolg-fuer-talente.de und Gaby Regler weiterhin unter http://www.laufbahn-und-karriere.de .

Herzliche Grüße
Mechthild Bruns und Gaby Regler

Gute Entscheidungsfindung: Ja? Nein? Vielleicht?

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Liebe Mechthild!

Einige Leser meines letzten Artikels Gute oder schlechte Entscheidungen? Welcher Entscheidungstyp sind Sie? haben mir Feedback gegeben, welcher Entscheidungstyp bei ihnen rauskam. Die Ergebnisse: bunt gemischt. Die Gespräche: spannend. Die Erkenntnisse: zahlreich – auch bei mir.

Heute, wie versprochen, mehr Informationen aus dem Buch Das Geheimnis kluger Entscheidungen von Maja Storch zum Thema: Wie kriege ich es hin, dass Kopf und Bauchgefühl zu einer übereinstimmenden, und damit guten Entscheidung kommen – also beide „ja“ oder beide „nein“ sagen.

Ich selbst kenne den Zustand nur zu gut, wenn der Bauch „ja“ und der Kopf „nein“ sagt bzw. umgekehrt – und ich somit im „vielleicht“ oder „weiß nicht so recht“ hängenbleibe … Ein unbefriedigender Zustand. Zwinge ich Kopf oder Bauch zu einem einem „ja“ oder „nein“, dann funktioniert das auch nicht: ich fühle mich nicht gut und der Impuls zum Handeln bleibt aus; ich stecke fest.

Die Lösung dieses Problems liegt in Rückmeldeschleifen, so erläutert Maja Storch ab Seite 90:

„Unter einer Rückmeldeschleife verstehe ich hier einen Austausch von Information zwischen dem Verstand und dem emotionalen Erfahrungsgedächtnis, wobei sich die beiden Ebenen gegenseitig beeinflussen.
Es müssen meist mehrere Rückmeldeschleifen zwischen Verstand und emotionalem Erfahrungsgedächtnis durchlaufen werden, bis eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden ist.“

Drei Varianten gibt es, laut Autorin, Verstand und emotionales Erfahrungsbedächtnis – das ich hier kurz auch „den Bauch“ nenne –  in Übereinstimmung zu bringen:

Variante 1: Beiderseitige Zustimmung
Ausgangssituation: Verstand sagt „ja“, Bauch sagt „nein“. Ziel: Verstand sagt „ja“, Bauch sagt auch „ja“.

„Eine Möglichkeit, das emotionale Erfahrungsgedächtnis zur Zustimmung zu bewegen, ist, es mit einem entsprechenden Zukunftsbild zu locken.“ (S. 93)

Ich entwerfe also ein so positives Bild in der Zukunft, dass dadurch ein starker positiver somatischer Marker in mir ausgelöst wird. Dieser erzeugt so viel Motivation, dass ich den momentanen unangenehmen Zustand ertragen kann und weitermache.

Beispiel: eine Bergbesteigung. Ich stelle mir vor, schon oben am Gipfel angekommen zu sein. Dies lässt mich die Mühen des Aufstiegs ertragen, obwohl mein Bauch sich eigentlich nicht quälen will.

Variante 2: Beiderseitige Ablehnung
Ausgangssituation: Verstand sagt „nein“, Bauch sagt „ja“. Ziel: Verstand sagt „nein“, Bauch sagt auch „nein“.

Diese Variante der Selbstregulation beruht darauf, dass ich durch ein negatives Bild einen negativen somatischen Marker auslöse, der so stark ist, dass er den zuvor ausgelösten somatischen Marker überlagt. (Seite 96)

Verständlicher an einem Beispiel aus dem Buch: Wenn ich für mein Leben gerne (ungesunde) Schweinshaxe esse und ich stehe vor der Alternative, im Restaurant Schweinshaxe oder eine Salatplatte zu bestellen, dann sagt mein Bauch: „Schweinshaxe, lecker! Her damit!“, mein Verstand jedoch: „Schweinshaxen sind ungesund und machen dick. Lass es! Iss Salat!“ Schon habe ich ein Problem. Schaffe ich es nun, die Schweinshaxen damit in Verbindung zu bringen, dass sie mich ernsthaft krank machen können, dann wird der positive Marker („hm, lecker“) durch den negativen Marker („macht mich krank, igitt“) überlagert.

Variante 3: Der Wörtertausch
Ausgangssituation auch hier: Verstand sagt „ja“, Bauch sagt „nein“. Ziel: Verstand sagt „ja“, Bauch sagt auch „ja“.

„Die Tatsache, dass zu einer bestimmten Absicht, die auf Verstandesgründen basiert, negative somatische Marker auftreten, kann damit zu tun haben, dass diese Absicht einfach nur mit den falschen Wörtern bezeichnet wurde. Mit Wörtern nämlich, die mit negativen somatischen Markern beladen sind. In diesem Fall hebt die Selbstregulation damit an, diese Absicht mit einem anderen Wort auszudrücken, also einen Wörtertausch vorzunehmen.“ (Seite 99)

Beispiele hierzu: von „ich muss“ auf „ich will“ wechseln. Oder „Grenzen setzen“ durch z. B. „Freiräume schaffen“ ersetzen und schauen, wie der Bauch reagiert.

Mein Fazit für heute: Alles nicht so einfach mit der Übereinstimmung zwischen Kopf und Bauch. Kriege ich das jedoch hin, dann bin ich mir einer Entscheidung wirklich sicher, ich fühle mich gut, bringe das auch rüber und komme ins Handeln!

Herzliche Grüße und gute Entscheidungen
Gaby

Dieser Beitrag bezieht sich auf den vorausgegangenen Artikel von Gaby Regler Gute oder schlechte Entscheidungen? Welcher Entscheidungstyp sind Sie?

Mit krummen Lebensläufen zum Erfolg

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Liebe Gaby,

schon seit längerer Zeit blättere ich samstags schnell durch die umfangreiche Wochenendausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bis ich zu den „Beruf und Chance“ Seiten gelange. Denn dort lese ich mit großem Interesse die Seite „Mein Weg“.

Hier werden Menschen portraitiert, die es im Leben und im Beruf zu etwas gebracht haben. Das bemerkenswerte und verbindende an fast allen diesen Biografien ist, dass sie nicht, wie man glauben könnte, auf einer für den Erfolg prädestinierten, vorgezeichneten Spur gelaufen sind. Diese Menschen wurden keineswegs vom Elternhaus immer bestens unterstützt und reich mit materiellen Gütern versorgt. Sie verfügten in der Regel nicht über schulische Bestnoten und hatten häufig keine klaren Zielvorstellungen. Auch psychische Stabilität war auf ihrem Lebensweg nicht immer gegeben, bis sie die heutige Berufs- und Lebenssituation erreichten.

Unter diesen erfolgreichen Persönlichkeiten finden wir Schulabbrecher, jugendliche Rebellen, Menschen, die immer wieder neue Berufe ausprobiert haben, sich nicht mit halbscharigen Weltdeutungen zufrieden geben wollten und mit Konsequenz vieles hinterfragt und ausprobiert haben, manchmal solange, bis sie sich verrannten und in tiefe seelische Krisen gerieten.

Geahnt hatte ich es schon. Jetzt habe ich durch all diese Biographien mehr Gewissheit, was diese Erfolgsgeschichten ermöglicht hat. All diese Menschen

  • sind der eigenen Intuition und dem persönlichen Wertekanon gefolgt
  • haben sich gegen Widerstände behauptet und sich gelegentlich über Konventionen hinweggesetzt, auch auf die Gefahr hin, Sicherheiten zu verlieren
  • sind wache, eigenständige Denker und hinterfragen immer wieder vermeidliche „Naturgesetze“
  • haben Mut, sich auch abseits vom Mainstream zu bewegen und nehmen gelegentliche Einsamkeit in Kauf
  • wagen etwas, auch ohne die Gewissheit auf materiellen Erfolg
  • geben nicht auf, sondern versuchen es gegebenenfalls immer wieder.

Als Berufscoach fällt mir immer wieder auf, dass gerade diese menschlichen Eigenschaften, deren Wert bei Recruiting-Aktionen doch ausdrücklich betont wird, in den Personalabteilungen der Unternehmen wohl oft auf große Berührungsängste stoßen. Anders ist es für mich nicht zu erklären, dass in der gängigen Recruiting-Praxis unter anderem

  • beste Schulnoten und Abschlüsse an renommierten Bildungseinrichtungen
  • geradlinig designte Lebensläufe
  • konfliktfreie vorherige Arbeitsverhältnisse

erste Selektionskriterien sind.

Menschen mit den oben beschriebenen Eigenschaften fallen da oft sofort durchs Raster. Schade, denn Unternehmen verspielen dadurch ihre Chancen, großartige Mitarbeiter an Bord zu holen, die in der Lage wären, die Unternehmensentwicklung entscheidend voran zubringen.

Herzliche Grüße
Mechthild

Gute oder schlechte Entscheidungen? Welcher „Entscheidungstyp“ sind Sie?

gute Entscheidung, schlechte Entscheidung, Entscheidungstyp, Emotionen, Körpersignale, Verstand, Übereinstimmung

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Liebe Mechthild!

Im Urlaub habe ich das Buch Das Geheimnis kluger Entscheidungen von Maja Storch gelesen, besser gesagt: verschlungen, denn es erklärt sehr anschaulich, was gute Entscheidungen ausmacht – ein äußerst wichtiges Thema in der Arbeit mit meinen KundInnen.

Eine gute Entscheidung und damit „Physisches Wohlbehagen entsteht, wenn die Bewertung aus dem emotionalen Erfahrungsgedächtnis – die unbewusste Bewertung – und die Analyse des Verstandes – die bewusste Bewertung – zu übereinstimmenden Ergebnissen kommen„, heißt es im Buch auf Seite 85.

Im (unbewussten) emotionalen Erfahrungsgedächtnis ist alles gespeichert, was einem Menschen im Laufe seines Lebens widerfahren ist. Dieses Wissen wird in Form von Gefühlen und Körperempfindungen gespeichert, erläutert Maja Storch.

Steht eine Entscheidung an, kommt zunächst eine Reaktion aus dem emotionalen Erfahrungsgedächtnis in Form eines sogenannten „somatischen Markers“, eines Körpersignals. Dieses erleben manche Menschen als Körperempfindung (z.B. ein angenehmes Gefühl im Bauch) oder als Emotion (z.B. ein Freiheitsgefühl). Andere erleben es im Kopf („auf einmal wurde es ganz hell im Kopf“) oder als Mischung dieser Möglichkeiten.

Der somatische Marker kann positiv, also zustimmend, oder negativ, also ablehnend, sein und wird von den Menschen unterschiedlich stark bzw. auch gar nicht wahrgenommen. Nach dieser gefühlsmäßigen Beurteilung durch das emotionale Erfahrungsgedächtnis folgt die Analyse durch den Verstand und die sachliche Überlegungen beginnen.

Kommen Gefühl und Verstand zum gleichen Ergebnis: wunderbar. Schwieriger wird es bei von einander abweichenden Ergebnissen, wenn also ein Konflikt vorliegt:

„Wenn die Bewertung durch das emotionale Erfahrungsgedächtnis und die Bewertung durch den Verstand zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, entsteht ein gefühlsmäßiges Unbehagen … Um in diesen Fällen handlungsfähig zu werden, stehen uns zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder wir zwingen uns mit Disziplin zu der Handlungsweise, die vom Verstand empfohlen wird. Dann handeln wir im Selbstkontrollmodus.“ (S. 88, 89)

„Ein Mensch, der seine Entscheidungen im Selbstkontrollmodus trifft, nimmt entweder seine Körpersignale nicht wahr, oder er trifft seine Entscheidungen anders, als sein emotionales Erfahrungsgedächtnis ihm nahelegt. Er handelt damit im Prinzip dauernd gegen seinen innersten Kern, gegen sein persönliches Gefühl für sich selbst. Er orientiert sich an Normen und Werten, die von außen kommen, statt an seinen eigenen.“ (S. 57)

Dies kann auf Dauer zu psychischen Erkrankungen, wie Depressionen, führen.

„Die zweite Möglichkeit, um dem Konflikt zwischen verstandes- und gefühlsmäßiger Bewertung zu entkommen, besteht darin, die Angelegenheit im Selbstregulationsmodus zu lösen. Das Ziel ist hier, für den Zwiespalt eine Lösung zu finden, die von Verstand und Gefühl gleichermaßen unterstützt wird.“ (S. 90)

„Ein Mensch, er seine Entscheidungen im Selbstregulationsmodus trifft, kann die Körpersignale und/oder die dazugehörigen Emotionen, die das emotionale Erfahrungsgedächtnis hervorruft, gut wahrnehmen und bezieht sie in die Entscheidungsfindung ein … Ein Mensch, der in seinen Entscheidungen auf das angesammelte Wissen zurückgreift, das in seinem emotionalen Erfahrungsgedächtnis gespeichert ist, gestaltet seine Handlungen im Einklang mit dem großen Schatz an Erfahrungen damit, was gut für ihn ist und was ihm schaden kann. Er orientiert sich an den eigenen Werten und an seiner ganz persönlichen Lebenserfahrung. “ (S. 56, 57)

In jedem Fall ungünstig: eine Hälfte des Konfliktes einfach zu umgehen. Um zu einer guten Lösung und so zu einer guten Entscheidung zu kommen, braucht es mehrere „Rückmeldeschleifen“ zwischen somatischen Markern und dem Verstand, bis eine Übereinstimmung vorliegt, erklärt Maja Storch weiter. Wie das aussehen kann, erläutere ich gerne in meinem nächsten Artikel.

Mein Fazit für heute: Emotionen und Körpersignale sind unentbehrlich für gute Entscheidungen. Und: Entscheidungen sind nicht nur zu durchdenken, sondern auch zu „durchfühlen„.

Herzliche Grüße
Gaby

Besonderer Service der Autorin: Hier gibt es einen kleinen, kostenlosen Test dazu, welcher Entscheidungstyp man selbst ist (einfach .pdf-Datei „Welcher Entscheidungstyp bin ich?“ downloaden) plus viele Informationen zum eigenen Typ. Ich habe den Test gemacht. Ergebnis: Ich krieg´s meist ganz gut hin, Verstand und Bauchgefühl in Einklang zu bringen, in manchen Fällen scheine ich jedoch (noch) nicht genug auf meine Körpersignale zu achten. Daran werde ich arbeiten …

Vielleicht finden Sie´s ja auch interessant zu wissen, welcher Entscheidungstyp Sie sind, liebe Leserinnen und Leser? Schreiben Sie mir doch Ihr Ergebnis und Ihre Erkenntnisse hier als Kommentar!

Gekündigt – was nun?

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Liebe Gaby,

da ich nicht nur Sachbücher lese, sondern mindestens genauso gerne Romane, wurde ich hellhörig als Hubertus Meyer-Burckhardt, selber „NDR Talk Show“ Moderator vor einigen Wochen in der Talk Show seiner Kollegen „Drei nach neun“ seinen ersten Roman „Die Kündigung“ vorstellte.

Alles was ich dort hörte machte mich neugierig auf diesen Roman. Jetzt habe ich ihn gelesen. Keine Sorge, ich möchte hier nicht die literarische Qualität des Buches beurteilen. Dafür sind die Rezensenten zuständig. Bemerkenswert finde ich, wie es dem Protagonisten Simon Kannstatt – seines Zeichens Topmanager – ergeht, der völlig unerwartet seine Kündigung erhält. Zunächst voller Rachegelüste gegenüber seinem Chef, bricht für ihn mit dem verlorenen Job alles weg, was vorher Halt gegeben hat. Seine Ehe blieb schon vorher auf der Strecke. Er sucht den einzigen Ort auf, der ihm noch haltgebende Struktur bietet, die VIP-Lounge eines Flughafens. Dort bleibt ihm nichts anderes übrig als sich auf verlorenem Posten tagelang seinen Träumen hinzugeben. Der Autor lässt am Ende offen, ob es Simon Kannstatt gelingt, sich ein neues Leben zu erschaffen.

Obwohl Fiktion, wurde für mich beim Lesen die Situation des entlassenen Managers dramatisch spürbar. Er hat sich für die Firma geopfert. Da ist jetzt nichts mehr, das Sinn stiften kann: keine Arbeit, keine Familie, keine Freunde und keine Freude – über nichts und niemanden.

Dass diese Situation leider häufig bittere Realität ist, weiß ich aus meiner Coaching-Praxis. Es gibt für Menschen in dieser Situation keinen Weg zurück, aber wohin soll es gehen?

Menschen, die jahrelang ihren Beruf ausschließlich als Funktionsträger ausgeübt haben, stehen mit der Kündigung vor einem Scherbenhaufen und vor der großen Aufgabe, sich quasi eine ganz neue Identität zu schaffen. Es geht dann darum, Antworten auf so bedeutsame Fragen wie:

  • Wer bin ich?
  • Was macht mein Leben lebenswert?
  • Was begeistert mich?
  • Was gibt mir Energie?

zu finden. Erst wenn es befriedigende Antworten auf diese Fragen gibt, entsteht neue Hoffnung. Erst dann besteht eine reelle Chance auf eine zukünftige Tätigkeit, die es wert ist als Beruf bezeichnet zu werden.

Herzliche Grüße
Mechthild

Lieblingsweisheit des Tages: Kostbare Augenblicke

den Augenblick genießen, erfülltes Leben, Glück, positive Energie, kostbarer Augenblick

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Liebe Mechthild!

Vor kurzem ist mir folgendes Zitat begegnet, das mich sehr angesprochen hat:

Wir brauchen viele Jahre bis wir verstehen,
wie kostbar Augenblicke sein können.

Ernst Ferstl

Nach einer anstrengenden Zeit, in der kaum etwas so lief, wie ich es mir vorgestellt hatte, freue ich mich nun auf ein paar ruhige Tage im sonnigen Süden und hoffe, dort – beim Blick auf das Meer – loszulassen, wieder Klarheit zu gewinnen, was wirklich wichtig für mich ist, und neue Kräfte zu schöpfen.

Herzliche Grüße und viele kostbare Augenblicke!
Gaby

Dieser Beitrag bezieht sich auf den vorausgegangenen Artikel von Gaby Regler Den Augenblick genießen: Eine frohe OsterZEIT!

Den Augenblick genießen: Eine frohe OsterZEIT!

den Augenblick genießen, die Zeit entsteht, glücklich sein in diesem Moment

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Liebe Mechthild!

Gestern habe ich mit großem Interesse Erschöpft und ausgebrannt? Wie Sie dem Stress des Alltags entkommen gelesen, die compakt-Ausgabe 27 der Zeitschrift „Psychologie heute“. Viele Artikel fand ich wirklich sehr lesenswert und inhaltsreich!

Besonders inspiriert hat mich der Artikel „Es ist sinnvoller, den Augenblick zu genießen, als ständig an die Zukunft zu denken“ (ab Seite 24), ein Gespräch mit dem Zeitmanagement-Experten Olaf Georg Klein.

Darin beschreibt er, dass es verschiedene Zeitkonzepte gibt:

„Das lineare Zeitkonzept entstammt der christlich-jüdischen Tradition, von der wir sehr stark geprägt sind: Die Vergangenheit führt über die Gegenwart wie ein Zeitstrahl oder eine Linie gerade in die Zukunft. Aus dieser Vorstellung ergibt sich die Konsequenz, dass ich Zeit gut nutzen muss, mich gelegentlich auch beeilen muss, um Ziele ´rechtzeitig´ zu erreichen. Ich sollte in vielem auch schneller sein als andere.“

Der zugrundeliegende Gedanke hier: „´Die Zeit vergeht.´ Die Zeit ist immer zu schnell vorbei, wir möchten sie festhalten, aber sie zerrinnt uns zwischen den Fingern. Das ist eine extrem mangelorientierte Herangehensweise.“

Im Gegensatz dazu steht das zyklische Zeitkonzept:

„Wenn ich dagegen ein zyklisches Zeitkonzept habe, gibt es kein Ziel mehr, das es in einer bestimmten Zeit zu erreichen gilt. Ob mich andere überholen oder schneller ihre Runden drehen, kann mir ziemlich egal sein. Kulturen, die stark an Naturprozessen orientiert sind, denken eher zyklisch. Der Tag kommt und geht, die Jahreszeiten kommen und gehen. Wenn ich mich auf einer Kreislinie bewege, dann werden alle Zeitknappheits- und Zielvorstellungen entschärft. Morgen ist auch noch ein Tag. Es gibt nächstes Jahr eine neue Chance. Es ist sinnvoller, den Augenblick zu genießen, als ständig an die Zukunft zu denken.“

Weiterführender Gedanke hier: „Was wäre, wenn wir … denken, formulieren und fühlen würden: Die Zeit entsteht. Jeden Morgen liegt ein neuer Tag vor uns, und wir haben die Möglichkeit, diesen Tag mit Leben zu füllen. Das wäre eine ressourcenorientierte Einstellung.“

Die Zeit entsteht – ein wirklich schöner Gedanke für mich. So bin ich heute morgen aufgestanden und ich freue mich auf den Tag heute. „Das Ziel sollte sein, jetzt, in diesem Moment glücklich und zufrieden zu sein.“, schreibt Olaf Georg Klein.

In diesem Sinne wünsche ich Dir, liebe Mechthild, und allen unseren Lesern und Leserinnen: Eine frohe OsterZEIT!
Herzliche Grüße
Gaby

Dieser Beitrag bezieht sich auf den vorausgegangenen Artikel von Mechthild Bruns Immer wieder mache ich die gleichen Fehler!